Gloria Rödel


Ich habe zunächst eine kaufmännische Ausbildung gemacht und in der Wirtschaft gearbeitet, dann an der Fachhochschule Wirtschaftsrecht studiert und abgeschlossen als Diplom Wirtschaftsjuristin (FH). Danach habe ich viele Jahre in der Immobilienbranche gearbeitet. Ich bin dann privat in Kontakt gekommen mit der Naturheilkunde, weil ich selbst gesundheitliche Probleme hatte und mir die Schulmedizin nicht helfen konnte.

Im Rahmen meiner Erkrankung bin ich irgendwann mit der Hypnosetherapie in Berührung gekommen. Die Erfahrung, die ich dabei gemacht habe und was ich dabei mitgenommen habe, fand ich so toll, dass ich für mich selbst eine Ausbildung machen wollte, da ich nicht gerne abhängig von anderen bin. Es ist immer gut zu wissen, wie man selbst tickt, man stellt sich selbst ja auch immer ein paar Fallen im Alltag und ich wollte wissen, wie kann ich damit umgehen, um mir das Leben zu vereinfachen und zu entstressen. Dann habe ich nachgefragt an dem Institut, das mir für die Ausbildung empfohlen wurde und habe erfahren, dass sie nur für Ärzte oder Heilpraktiker zugelassen ist.

Ich habe überlegt: „Soll ich extra `ne Ausbildung machen, nur um für mich die Hypnose zu machen?“ Doch dann dachte ich, das Ganze hat ja viel mit Psychologie zu tun und ich interessiere mich ja dafür, dann mache ich den Heilpraktiker für Psychotherapie einfach für mich, um Instrumente zu haben, die meinen Alltag leichter gestalten. Das habe ich parallel zu meiner Arbeit gemacht und gleichzeitig mit der Hypnoseausbildung begonnen. Ich hatte dann auch von Anfang an mit anderen, die schon Heilpraktiker waren, einen Arbeitskreis, das waren so tolle Erfahrungen, auch mit der Hypnosetherapie und was man damit alles machen kann, dass ich dann das Gute, das ich damit erlebt habe, an andere weiter geben wollte.

Da ich mit der Hypnosetherapie auch Menschen helfen kann, die körperliche Leiden haben, machte es Sinn, die Ausbildung zur Heilpraktikerin zu machen und nicht nur zur Heilpraktikerin für Psychotherapie. Aber es hat noch eine Zeit lang gedauert, bis ich eine Praxis aufgemacht habe“. (Foto von ZAQ)

Bei vielen Problemen, die wir haben, spielt das Unbewusste eine Rolle. Wir wissen bei vielen Verhaltensweisen vom Verstand her, dass sie nicht gut tun, aber wir können sie nicht mit dem bewussten Verstand beeinflussen. Durch die Arbeit mit dem Unbewussten kann man viele Dinge klären oder verändern, für die man vorher vielleicht schon tausend andere Versuche gestartet hatte mit anderen Techniken. Ich hatte auch mal ein Erlebnis in der U-Bahn, da bin ich stecken geblieben.

Damit hatte ich vorher nie Probleme, aber damals hatte ich einen Kreislaufkollaps, war halb zusammengebrochen und mir kam auf einmal ins Bewusstsein: Du bist jetzt hier eingesperrt, wir steckten im Tunnel fest, kein Arzt, kann rein, ich kann nicht raus und dann habe ich eine Panikattacke bekommen. Danach hatte ich immer Probleme in geschlossenen Räumen. Ich habe dann eine Verhaltenstherapie gemacht, das ging dann besser, man bekommt es irgendwie hin, aber es ist immer noch das bum, bum, bum – Herzklopfen da. Das kenne ich auch von meinen Patienten, wenn sie mir erzählen, dass da noch etwas bleibt.

Doch nachdem ich eine Hypnosetherapie deswegen gemacht habe, habe ich überhaupt keine Probleme mehr – das ist jetzt weg. Genau das war mein Schlüsselerlebnis, das mich komplett überzeugt hat. Natürlich hilft die Hypnose wie jede Therapieform nicht immer und jedem, aber teilweise kommen Leute zu mir oder zu meinen Kollegen, die jahrelang schon Therapien ausprobiert haben, die dann mit Hilfe der Hypnosetherapie ein Problem lösen oder körperliche Symptome verlieren, die sie 20 bis 30 Jahre mit sich herum geschleppt haben. Und das finde ich immer wieder total toll, das fasziniert mich.
Ich verstehe mich wie ein Bergführer, der den Weg zeigt, aber jeder, der die Tour macht, muss selbst hoch gehen. Jeder Mensch ist anders und was dem einen hilft, muss dem anderen noch lange nicht helfen. Ich versuche möglichst wenig vorzugeben und herauszufinden, was für die Person, die vor mir sitzt, gerade wichtig ist und was Ihr persönlicher Weg ist.

Die Aussicht auf Erfolg ist dann wesentlich höher. Der Patient ist der Spezialist für sein Anliegen. Nur, er weiß nicht, wie er an dieses unbewusste Wissen herankommt. Ich helfe ihm dabei die Tür zu öffnen. Erfolg ist für mich, wenn Patienten berichten, dass sich etwas verändert hat und sie einen Schritt weiter gekommen sind. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen auch in das betriebliche Gesundheitsmanagement einzusteigen, Vorträge sowie Hypnose für Führungskräfte anzubieten. Zum Coaching, als Stressmanagement und zur Erfolgsoptimierung. Das bietet sich an, da ich jahrelang in der Wirtschaft gearbeitet habe und die Probleme kenne, die es in den Unternehmen gibt.“

(Anmerk. der Redaktion: Dieses Interview wurde im Vorgängerprojekt im Rahmen von PROF³I durchgeführt und ist auf der Facebook-Gruppen-Seite von ZAQ in 2017 veröffentlicht worden.
Fotorechte liegen bei PROF³I.)

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