“Ich komme gebürtig aus Recklinghausen, Nordrhein–Westfalen, und musste im Prinzip die Schule nach der neunten Klasse beenden.

Als ich die beendete, sagte eine Frau beim Arbeitsamt zu meinen Eltern: „Das Einzige, wohin wir Ihre Tochter vermitteln können, ist der Verkauf.“ Ich habe keine Ahnung, wie sie darauf gekommen ist, aber das war nicht das, was ich wollte. Schließlich habe ich eine Ausbildung angefangen – als das, was man heute Rechtsanwaltsfachangestellte nennt.

Ich wollte im Prinzip immer in den Pflegebereich und ursprünglich Kinderkrankenschwester werden. Ich habe mein Schulpraktikum auf der Kinderstation gemacht, und ich fand das toll.  Der Beruf der Altenpflege wäre auch meins gewesen, was ich später auch etwa zwei Jahre gemacht habe. Leider ging das aus medizinischen Gründen nicht mehr.”

“Geschrieben habe ich eigentlich schon immer: Nach meiner Ausbildung war ich bei der Stadtverwaltung im Schreibdienst tätig, und nach einigen weiteren Tätigkeiten in verschiedenen Branchen machte ich als Angestellte einen Quereinstieg in den medizinischen Schreibdienst.

Irgendwann habe ich mir gedacht: „Verflixt nochmal, das kann ich besser und effektiver, wenn ich das alleine mache!“. Außerdem habe ich schon zwei Nackenschläge bekommen, in Form von Schlaganfall und Herzinfarkt. Nach dem Herzinfarkt war mir klar, dass ich nicht mehr wie vorher weitermachen möchte. Da reduzierte ich nach und nach meine Arbeitsstunden und machte mich schließlich 2011 nebenberuflich selbstständig.

Seit nun 1,5 Jahren bin ich in der vollen Selbstständigkeit, habe aktuell zwei tolle Mitarbeiterinnen, und sogar Aussicht darauf, dass meine Tochter den Betrieb nach meiner Rente übernimmt. Es könnte einfach nicht besser laufen.”

“Was mich ausmacht? Mir wird immer wieder nachgesagt, dass ich ein unheimlich herzlicher Mensch bin, der offen, tolerant, für alle da ist, und auch mal seine Meinung revidiert, wenn er jemanden falsch eingeschätzt hat. Was mir extrem wichtig ist, egal ob im Privatem oder im Beruflichen, ist Respekt, Achtung und Wertschätzung. Das sind für mich so relevante Punkte, von denen ich nicht abweiche.

Eine meiner beiden Mitarbeiterinnen erzählte mir letztens, dass eine alte Arbeitskollegin sie fragte, wie denn ihre neue Arbeitsstelle sei. Sie antwortete: „Ich fühle mich wunderbar. Ich werde als Mensch respektiert, ich werde wertgeschätzt, meine Arbeit wird wertgeschätzt. Und wenn ich morgens zur Arbeit komme, steht mein Tee auf dem Schreibtisch.“ Es ist schön, so etwas rückgemeldet zu bekommen.

In meiner Freizeit lese ich gerne, höre Musik und verbringe Zeit mit meinem Hund und meiner Familie. Ich habe eine Tochter und eine Enkeltochter. Wenn meine kleine 4-jährige Enkeltochter zu Besuch ist, dann ist natürlich Ramba Zamba bei uns Zuhause. Wir haben eine sehr enge Beziehung, was mich sehr erfüllt. Meine Familie ist mein Anker.”

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